Spiritualität in der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern beruflicher Schulen

Neben den Lehrkräften sind die Schülerinnen und Schüler die zentralen Akteurinnen und Akteure in der beruflichen Schule. Für die Mitarbeitenden des FIBOR lag es daher nahe, neben der Spiritualität von Lehrkräften auch die Spiritualität Jugendlicher und junger Erwachsener in der Schule genauer zu betrachten. In einem weiteren Forschungsprojekt gehen wir daher den Ausdrucksformen von Spiritualität(en) in der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern näher auf die Spur. Hierbei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Wie drückt sich die Spiritualität bei Schülerinnen und Schülern beruflicher Schulen aus?
  • Welche Bedeutung hat die Spiritualität für Schülerinnen und Schüler beruflicher Schulen?
  • Welche Auswirkungen haben die Ausdrucksformen und Bedeutungen von Spiritualität von Schülerinnen und Schülern auf die pädagogische Praxis im Religionsunterricht an beruflichen Schulen?

Grundlegend für das Forschungsprojekt ist die Annahme, dass Schülerinnen und Schüler durchaus spirituelle Erfahrungen machen und spirituelle Verhaltensweisen besitzen, wenngleich sie sich nicht unbedingt als spirituell einschätzen. Die spirituelle Erfahrungswelt verbunden mit den dazugehörigen Verhaltensweisen beeinflussen dabei auch die Denkweisen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen und sind integraler Bestandteil ihrer Alltagswelt.

Um dem Anspruch eines polyvalenten Spiritualitätsbegriffs gerecht zu werden, wird bei dem FIBOR-Projekt darauf verzichtet, von Seiten der Forschenden deduktive Deutungen zur Spiritualität vorzugeben. Vielmehr bildet ein offenes Forschungsdesign nach der Grounded Theory das Fundament der Forschungspraxis. Aktuell befindet sich das Projekt in der ersten Entwicklungsphase, daher folgt hier zunächst ein grober Überblick zum methodischen Vorgehen.

Die erste Phase des Vorgehens bildet ein offener Ausgangspunkt. Ausgehend von einem wenig fokussierten Untersuchungsanliegen werden erste Sondierungen im Untersuchungsfeld durchgeführt. In Lerngruppenworkshops sollen dabei unter Anleitung der Forschenden erste Datenzugänge eröffnet werden. Durch Workshops in unterschiedlichen Kontexten der beruflichen Bildung sollen theorierelevante Bezüge aufgespürt werden. Hierdurch soll der Weg zu einer ersten begrifflichen und modellhaften Konzeptualisierung zur Spiritualität in der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern beruflicher Schulen geebnet werden. Zur Ausgestaltung notwendiger Differenzierungen sollen in einer zweiten Phase Einzelinterviews mit Schülerinnen und Schülern geführt werden. In dieser Phase wird das Forschungsdesign differenzierter und auf bestimmte erkenntnisrelevante Bezüge eingegrenzt. Durch dieses Vorgehen wird das Ziel eines abduktiven Forschungsansatzes erreicht.

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Mitarbeitende:

  • Klaus Kießling
  • Michael Holler