Das Projekt „Selbstkonzept-Entwicklung Jugendlicher als Aufgabe der Schulpastoral in der beruflichen Bildung“
Jugendliche erleben in ihrem Aufwachsen in unserer Gesellschaft in den verschiedenen Subsystemen Familie, Wirtschaft und Freizeit ganz unterschiedliche Werte und Normen. Es sind wechselnde Sinnsysteme, in denen sie zurechtkommen müssen. Ihr Tun und Erleben wird permanent begleitet von dem Gedanken: Alles, was ich tue und wofür ich mich entscheide, könnte auch anders sein.
Auch Schule ist ein solches Subsystem. Sie ist zudem ein Spiegel der Gesellschaft und wird zum Kristallisationspunkt verschiedener Werteinteressen zwischen Wirtschaft, Konsum und Kultur, die zueinander Widersprüche beinhalten und Konflikte mit sich bringen. Gerade bei Schülerinnen und Schülern im Jugendalter, das von Sinn- und Orientierungssuche bestimmt ist, erschweren diese Widersprüchlichkeiten die persönliche Sinn- und Lebenswegfindung.
Ausgehend von diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel einer konzeptionellen Darstellung unter Berücksichtigung von Grenzen und Möglichkeiten, wie Jugendliche in Sinn- und Lebensfragen und in ihrer Persönlichkeits-Bildung Orientierung finden können und inwiefern Schulpastoral zum Gelingen beitragen kann. Dabei geschehen Lernen und Entwicklung nicht alleine auf kognitiver Ebene, sondern auch verhaltensbezogene sowie affektive Prozesse sind bei der Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit von entscheidender Bedeutung und können zu neuen Einstellungen bzw. zu neuem Verhalten führen. Dass sich diese drei Prozesse unmittelbar auf das Selbstempfinden, das Selbstbild, den Selbstwert und die Identität des Menschen auswirken, verdeutlicht folgende Darstellung:
Abbildung: Übersichtsschema des Selbst und mögliche Entwicklungsfaktoren, vgl.: Sehr, Sebastian, Negative Selbstbilder Jugendlicher als Herausforderung für eine zukunftsträchtige Schulpastoral, Frankfurt am Main 2012, Seite 61.
Gegenstand der Untersuchung ist daher die Frage, welche kognitiven, affektiven sowie verhaltensbezogenen Prozesse Jugendliche heute in ihrem Menschsein fördern, sodass sie ihre Energien und ihre Lebenszeit lebensdienlich und zukunftstauglich ausrichten können, und wie Eltern, Seelsorger, Lehrerinnen und Lehrer sie dabei unterstützen können.
Berufliche Bildung dient dann nicht mehr der alleinigen Wissensvermittlung, sondern Schule wird zu einem Ort, an dem Schülerinnen und Schüler sinnvolle und lebensdienliche Kulturformen entwickeln und einüben und in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Menschsein reifen können.
Mitarbeitende
- Klaus Kießling
- Sebastian Sehr
